Geschwister: ein lebenslanges Band – Wirklich?

Schwestern und Brüder können wir uns – genauso wenig wie unsere Eltern – aussuchen. Wir können uns von ihnen auch nicht scheiden lassen, wenn wir es wollten ... die emotionale Bindung bleibt, egal wie (schlecht) wir uns verstehen und wie weit entfernt wir (physisch und emotional) voneinander leben.

Inzwischen wurde in der Geschwisterforschung erkannt, dass sich die Geschwisterbeziehungen mindestens genauso stark auf die seelische Entwicklung eines Menschen auswirken wie die Beziehung zu den Eltern. Dazu gibt es gerade in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift 'Psychologie Heute' einen informativen Artikel. https://www.psychologie-heute.de/abo-shop/einzelhefte-jahrgaenge/heftinhalt/38715-psychologie-heute-102018-geschwister.html

Seit mittlerweile 25 Jahren hat Cordula in ihrer psychotherapeutischen Praxis und im Rahmen ihrer Familienaufstellungen beobachtet, dass die horizontalen Erfahrungen innerhalb der Geschwister sogar stärkere Auswirkungen auf das eigene Selbstwertgefühl und auf die Beziehungen zum Partner oder zu Kolleg*innen haben können als die vertikale Beziehung zu Mutter oder Vater.

Seit 2010 kommen Frauen in unsere Schwestern-Workshops und Coachings, die unter einem schwierigen, konfliktreichen Verhältnis zu ihrer Schwester/ihrem Bruder leiden. Sie sind auf der Suche danach, anders mit ihren eigenen Emotionen und den Emotionen ihrer Geschwister ihnen gegenüber umgehen zu können als mit Konkurrenz- und Neidgefühlen, Wut, Hilfslosigkeit, Verletzung, Kontaktabbruch.

Hier eröffnen sich meist verschiedene Blickwinkel und Lösungsmöglichkeiten:

  • Eine ehrliche Selbstreflektion: welche nicht gelebten Anteile lebt mir vielleicht meine Schwester/mein Bruder vor?!
  • Mein Selbstbild: Worin sehe ich eher meine Schwächen, worin meine Stärken? Wie kann ich diese konstruktiv für die Beziehung zu meinen Geschwistern nutzen?
  • Eine Einstellungs- oder Haltungsänderung bei sich selbst bewirkt meistens auch Bewegung im gesamten System 'Familie'.
  • Sich versöhnen mit dem, was ist: ich nehme Abschied von alten Erwartungen und Bildern und entwickele neue.

Diese und andere Prozesse und Erkenntnisse entwickeln die Teilnehmerinnen unserer Workshops , wie wie wir den Stimmen unserer Teilnehmerinnen entnehmen können.