Pflege der Eltern - Zündstoff oder Power!?

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Foto von Dominik Lange auf Unsplash

Wenn die Eltern alt und krank werden und zunehmend Pflege benötigen, sind es einer Studie zufolge immer noch zu ca. 2/3 die Töchter, die unter den Geschwistern die Verantwortung dafür übernehmen.
In dieser Lebensphase haben Frauen –unserer Erfahrung nach – zunehmend das Bedürfnis, ihre Beziehungen zu ihren Geschwistern zu reflektieren, zu klären und neu zu ordnen. Denn die Aufteilung der Pflege unter Geschwistern kann zu großen Spannungen führen und alte Konflikte sowie Streitmuster wieder neu entflammen: Wie schnell sind wir gegenüber unseren Eltern und Geschwistern wieder in alten Erwartungen, Vorwürfen und Rollenzuschreibungen verstrickt.

Doch welche Chancen verbergen sich auch dahinter?

Die Geschwister können reflektieren, wie sie in Stresssituationen wieder zu „Kindheits-“ Geschwistern werden und alte Verhaltensweisen zum Vorschein kommen - bestenfalls mit einem Augenzwinkern: trotzig, beleidigt, zickig, bestimmend ...

Die Geschwister können ihre Rollenzuschreibungen und Stigmatisierungen wie z.B. „Die Praktisch-Veranlagte“, „Der Kommunikative“, „Die Vernünftige“, „Der Aufbrausende“ erforschen und neu hinterfragen, welche Fähigkeiten und Interessen womöglich darin zu finden sind.

Sie können erkunden, welche Potenziale der einzelnen Geschwister vielleicht noch nicht richtig erkannt worden sind.

Sie können gemeinsam entwickeln, was daran alles bei der Pflege der Eltern hilfreich sein kann. Z.B.: „Die Praktisch-Veranlagte“ sucht Pflegebetten aus, „Der Kommunikative“ klärt Ämterangelegenheiten, „Die Vernünftige“ verhandelt mit den Eltern, „Der Aufbrausende“ liebt Konzerte und hört sich mit den Eltern welche an... oder Ähnliches.

Geschwister haben jederzeit die Wahl, eine gemeinsame - vielleicht neue und noch nie dagewesene - Geschwisterpower zu entwickeln.

Zu dem Thema „Gerechtigkeit bei der Pflege der Eltern“ wurde im Rahmen der ARD-Themenwoche 'Gerechtigkeit' in der Reihe 'Neugier genügt' im WDR 5 ein Radiobeitrag gesendet. Die Autorin, Andi Ueding, hat hierfür auch ehemalige Teilnehmerinnen unserer Workshops befragt.

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